Die Zukunft vernetzter Autos

 

Die Jetsons hatten sie schon in den 60er Jahren. In den 80ern waren sie ein wesentlicher Bestandteil der Serie „Knight Rider“: Autos, die selbständig fahren. Wenn man Hollywood Glauben schenken mag, sind sie so normal, dass sie uns nicht einmal auffallen. Was wäre, wenn Sie heute so ein Auto kaufen könnten?

Sebastian Thrun Stanford Artificial Intelligence Lab

Das Reisen auf der Straße wird sich mit führerlosen Fahrzeugen deutlich verändern – ebenso wie die Art und Weise, in der wir fahren lernen.
Führende Unternehmen der Motorenbranche und Technologieexperten erklären, was uns erwartet.

Können wir Todesfälle durch Verkehrsunfälle ganz vermeiden?

Autos, die eigenständig denken können, haben gegenüber Fahrern aus Fleisch und Blut einige klare Vorteile: Sie sind nie betrunken oder müde, verfallen nicht in Tagträume und lassen sich nicht von Handys oder tobenden Kindern ablenken. Sobald der Fahrer keinen Faktor mehr darstellt, wird die Anzahl der Unfälle deutlich abnehmen. Das ist zumindest das Ziel, das Autohersteller bei der Entwicklung von intelligenten Fahrzeugen der nächsten Generation verfolgen. Diese Fahrzeuge, so hoffen sie, werden uns den „Heiligen Gral“ der Automobilwelt bringen, nämlich keine Unfälle, keine Todesfälle und keine Emissionen.

Weltweit sterben jedes Jahr 1,24 Millionen Menschen bei Verkehrsunfällen und ganze 50 Millionen werden verletzt (Daten der WHO, 2013). Über 90 % dieser Kollisionen sind auf menschliches Versagen zurückzuführen. Führerlose Autos, die andere Fahrzeuge auf der Straße sowie Hindernisse und Fahrbahnmarkierungen erkennen können, haben sich jetzt schon als deutlich sicherer als von Menschen gelenkte Autos erwiesen. Bei Testfahrten der autonomen Prius-Flotte von Google in Silicon Valley (Kalifornien, USA) wurden die einzigen Unfälle durch menschliches Versagen verursacht.

Aber gehen wir einen Schritt zurück. Wie funktionieren führerlose Fahrzeuge? Wie werden Innovationen wie diese entwickelt? Und wie sicher ist es, Ihr Leben in die Hände eines autonomen Fahrzeugs zu legen, das Ihnen alle Entscheidungen abnimmt?

Führerlose Autos nutzen eine Kombination aus GPS, Kameras, komplexen Scannern und Sensoren, um Fahrzeuge, Verkehrsschilder, Fahrbahnbegrenzungen, Fußgänger und andere Hindernisse zu erkennen. „Ein zentrales Computersystem analysiert die Daten, um die Beschleunigung, die Lenkung und das Bremssystem zu steuern“, erklärt Olivier Sappin, Vizepräsident des Bereichs Fahrzeugbau und Mobilität bei Dassault Systèmes – dem Softwareunternehmen, dessen 3DEXPERIENCE Plattform und Branchenlösungen bei der Konzeption, Produktion und Wartung führerloser Autos verschiedener Motorenhersteller zum Einsatz kommen.

Die Software kann unterschiedliche Situationen simulieren, um die Sicherheit auf der Straße zu gewährleisten. Die Ergebnisse lassen sich dann in den Konzeptions- und Produktionsprozess integrieren.

Neben der Erkennung ihrer Umgebung über hochmoderne Zuordnungssysteme werden Autos in Zukunft auch miteinander kommunizieren können, sodass so viele Autos wie möglich auf die Straßen passen. Vernetzte Fahrzeuge verfügen über Sicherheitswarnungen, die Fahrer über potenziell gefährliche Bedingungen informieren, darunter über drohende Kollisionen, vereiste Fahrbahnen und gefährliche Kurven.

Experten sind der Meinung, dass nicht die Technologie uns in diesem Bereich zurückhält, sondern rechtliche und praktische Gegebenheiten, wie die Verantwortungsfrage bei einem Unfall, die Städteplanung und die Sicherheit der Fahrzeugcomputersysteme. Sobald diese Details geklärt sind und Motorenhersteller alle möglichen Probleme mithilfe von fortschrittlichen Softwaretools beseitigt haben, wird es nicht mehr lange dauern, bis wir eine deutlich höhere Sicherheit auf unseren Straßen genießen können.

Wie wird das Auto von morgen aussehen?

Der Nervenkitzel
einer freien Straße

Automatisierte Fahrzeuge verleihen ihren Passagieren ein neuartiges Gefühl der Freiheit – nämlich die Freiheit, sich zurückzulehnen und die Fahrt zu genießen, ohne sich ums Fahren kümmern zu müssen.

Olivier Sappin Dassault Systèmes

Autos waren immer ein Symbol für Freiheit. Aber müssen wir bei der Fahrt in einem autonomen Fahrzeug auf den Nervenkitzel des Fahrens verzichten?

Olivier Sappin von Dassault Systèmes, der mit Motorenherstellern an der Entwicklung der Autos der Zukunft arbeitet, kann uns beruhigen. „Personen, die Prototypen von führerlosen Fahrzeugen getestet haben, meldeten, dass sie sich schnell daran gewöhnen, nicht mehr auf die Straße achten zu müssen. Sie fühlen sich sicher – sogar sicher genug, um ihre Mobiltelefone oder Tablets zu nutzen, mit anderen Passagieren zu plaudern, zu entspannen oder zu arbeiten.“

Andere Branchenexperten stimmen ihm zu. „Manche Leute wollen einfach zur Arbeit fahren. Für sie bedeuten selbstfahrende Autos in unseren immer größer werdenden Städten mit ihrem zunehmenden Verkehr ein Stück Freiheit“, so Pim van der Jagt vom Forschungszentrum von Ford.

Wer auf das Fahrgefühl nicht verzichten will, kann weiterhin auf normalem Wege reisen. „Einige Kunden möchten das Lenkrad nicht ganz aus der Hand geben“, so ein Sprecher von Audi. „Sie schätzen das Ansehen, den Komfort und den sportlichen Aspekt eines Autos.“

Ähnliches dachte man jedoch auch damals von Kutschen. Möglicherweise wird die Alternative einfach zu attraktiv, zu praktisch und zu sicher, um sie zu ignorieren.

Vernetzte Gewinne

Auswirkungen vernetzter Autos auf die Wirtschaft in Großbritannien

Auswirkungen vernetzter Autos auf die Wirtschaft in Großbritannien

Laut der Society for Motor Manufacturers and Trade (SMMT) sind Länder wie die USA und Großbritannien beim Straßentest vernetzter Fahrzeuge führend. Sie prognostiziert, dass vernetzte Autos bis zum Jahr 2030 allein in Großbritannien einen wirtschaftlichen Schub von 50 Milliarden Pfund ausmachen werden.

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Dieses Video/dieser Artikel/diese Infografik wurde
von CNBC Creative Solutions in Zusammenarbeit mit Dassault Systèmes erstellt.