Apr 16 2020

Medizinische Innovatoren: So schneiden Deutschland und die Schweiz im Global Innovation Index ab

Medizinische Innovationen stehen heute mehr denn je im Fokus. Der demographische Wandel sowie schwerbehandelbare Krankheiten stellen das globale Gesundheitssystem vor massive Herausforderungen. Die medizinische Versorgung vor, während und nach einer Erkrankung ist zentraler Bestandteil einer optimalen Patientenbetreuung und kann heute nur durch neuartige Behandlungsmethoden erreicht werden. Aus diesem Grund widmete sich der neueste Global Innovation Index (GII) dem Thema „Gesunde Lebenswelten schaffen – die Zukunft medizinischer Innovation”. Dassault Systèmes – als einer der führenden Enabler im Bereich Life Sciences – unterstützte als Knowledge Partner den neuesten GII durch Insights und Fallbeispiele aus der Medizin sowie bei der Ausarbeitung von Empfehlungen.

Der Global Innovation Index wird seit dem Jahr 2007 jährlich herausgegeben und soll für Entscheider aus Politik und Wirtschaft eine Orientierungshilfe für aufstrebende Innovationen weltweit darstellen. Der GII analysiert dazu knapp 130 Volkswirtschaften weltweit und wird dabei von namhaften Partnern unterstützt, die aufgrund ihrer Expertise einen wertvollen Beitrag bei der Identifikation und Förderung von Innovation leisten können.

Innovationsführer Schweiz – Europa weltweit an der Spitze

Eine zentrale Rolle des Global Innovation Index nimmt die globale Betrachtung besonders innovativer Länder und Regionen ein. Weltweit hat sich die Schweiz – wie in den Jahren zuvor auch – einen Spitzenplatz gesichert. Deutschland wurde ein Platz unter den Top 10 zuteil und steht damit gleichauf mit Ländern wie Singapur oder Israel. Generell ist Europa als Innovationsstandort besonders beliebt: 12 der ersten 20 Plätze gingen alleine nach Europa.

Der Index belegt, dass besonders volkswirtschaftlich starke Länder einen hohen Innovationsgrad aufweisen. Zudem wurde festgestellt, dass das Gefälle von einkommensstarken Ländern, wie etwa Deutschland oder die Schweiz, zu solchen mit mittlerem Einkommen, beispielsweise China, weiterhin stark ausgeprägt ist. Europa nimmt demnach seit Jahren vordere Plätze im globalen Ranking ein. Die Experten bescheinigen jedoch auch vielen Ländern in Asien eine kontinuierliche Intensivierung der Innovationsbestrebungen. So übertreffen etwa Hongkong, Südkorea oder Japan die erwartbaren Leistungen in puncto Innovationskraft, gemessen am aktuellen Entwicklungsstand.

Qualitätskriterien entscheidend

Zu den bewerteten Kriterien zählt nicht nur die Quantität an innovativen Leistungen. Eine viel entscheidendere Rolle spielt die gezeigte Qualität. Der GII misst dies anhand von Qualitätsstandards lokaler Universitäten, der Anzahl internationaler Patente sowie wissenschaftlicher Publikationen. Daraus wird ein Gesamtbild der Innovationskraft einzelner Länder abgeleitet und in die Bewertung aufgenommen.

Bei einkommensstarken Volkswirtschaften ist Deutschland erstmals auf den zweiten Rang, hinter den USA, vorgerückt. Die Schweiz verbucht hierbei einen vierten Platz. Auch hier zeigt sich die Vormachtstellung europäischer Länder: Sechs der ersten zehn Plätze gingen an Europa.

Sechs Erkenntnisse aus dem Global Innovation Index

Neben der Listung besonders erfolgreicher Nationen, beschäftigt sich der GII ebenso mit relevanten medizinischen Erkenntnissen, die durch Innovationen erschlossen und gefördert werden. Sechs Punkte wurden dabei identifiziert:

1.     Eine hochwertige und bezahlbare Gesundheitsversorgung für alle Bürger ist ein entscheidender Faktor für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum und die Lebensqualität.

2.     Medizinische Innovationen sind unerlässlich, um Lücken in der globalen Gesundheitsversorgung zu schließen. Hier müssen Hemmnisse wie lange Forschungszeiten sukzessive abgebaut werden, um mehr Menschen behandeln zu können.

3.     Die medizinische Forschung und Entwicklung erfahren momentan eine Renaissance. Innovationen in der Arzneimittelentwicklung oder in der pflegerischen Vorsorge werden vermehrt vorangetrieben und leisten somit einen wertvollen Beitrag für die Gesundheitsvorsorge und Behandlung.

4.     Künstliche Intelligenz (KI) wird durch das Internet der Dinge (IoT) und die Verarbeitung von großen Datenmengen (Big Data)  eine größere Bedeutung bei medizinischen Innovationen gewinnen. Dies erschließt auch nicht-technische Gebiete des Gesundheitswesens, wie etwa die Umgestaltung von Geschäftsmodellen oder die Entwicklung neuer Behandlungsverfahren.

5.     Aufstrebenden Ländern ergibt sich heute mehr denn je die Chance, durch medizinische Innovationen neue Gesundheitsvorsorgemodelle zu entwickeln. Dies kann dabei helfen, die medizinische Versorgung näher an den Status weiter entwickelter Länder anzuheben.

6.     Bei der strategischen Ausrichtung von Gesundheitsinnovationen sollten zentrale Prioritäten gesetzt werden, um möglichst zielgerichtet und fokussiert arbeiten zu können. Dazu zählen unter anderem die Bereitstellung hinreichend finanzieller Mittel für die Forschung, die Schaffung funktioneller Innovationssysteme oder die Ausbildung und der Erhalt qualifizierter Gesundheitsfachkräfte.

Mehr zum Global Innovation Index „Gesunde Lebenswelten schaffen – die Zukunft medizinischer Innovation” findet sich hier.

 

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