Okt 29 2014

3D-Simulation des Herzens: Dassault Systèmes zeigt wegweisende Entwicklung für die Diagnose und individuelle Behandlung von Herzkrankheiten

„Living Heart Project“ – interdisziplinäre Zusammenarbeit von Experten

STUTTGART/VÉLIZY-VILLACOUBLAY, Frankreich — 29. Oktober 2014 — Dassault Systèmes (Euronext Paris: #13065, DSY.PA), „The 3DEXPERIENCE Company“, weltweit führender Lösungsanbieter für 3D-Design, 3D Digital Mock-Up und Product Lifecycle Management (PLM), stellte das weltweit erste realistische 3D-Simulationsmodell eines vollständigen menschlichen Herzens vor. Das mit einem interdisziplinären Team aus Herzspezialisten zur Bekämpfung von Herz-Kreislauferkrankungen entwickelte „Living Heart Project“ läutet die nächste Phase in der Diagnose, Behandlung und Vorbeugung von Herzerkrankungen durch personalisierte, virtuelle 3D-Modelle ein.

Nach jüngsten Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation starben im Jahr 2008 17,3 Mio. Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, was zirka 30 Prozent aller Todesfälle weltweit entspricht. In ihrem Bericht Forecasting the Future of Cardiovascular Disease in the United States geht die American Heart Association davon aus, dass sich die tatsächlichen direkten medizinischen Kosten von Herz-Kreislauf-Leiden in den nächsten drei Jahrzehnten auf 818,1 Mrd. US-Dollar belaufen werden.

Im Mittelpunkt des Projekts steht ein 3D-Modell des Herzens, das mit den realistischen Simulationsanwendungen der Dassault Systèmes 3DEXPERIENCE Plattform entwickelt wurde. Simulationsfachleute von Dassault Systèmes haben die Funktionen der SIMULIA Anwendungen genutzt und ein 3D-Modell geschaffen, das das elektrische und mechanische Verhalten des Herzens auf äußerst lebensechte Weise wiedergibt.

Da Forschern bislang keine realistischen 3D-Modelle des Menschen zur Verfügung stehen, können sie dessen Verhalten in der Interaktion mit medizinischen Instrumenten und Geräten nur eingeschränkt vorherbestimmen. Das „Living Heart Project“ vereint ein interdisziplinäres Team aus Medizinern, Geräteherstellern und Behördenvertretern, die Zugriff auf computergestützte 3D-Modelle haben werden und damit in der Lage sind, die Forschung an marktorientierten Produkten und Diensten zu beschleunigen.

Mithilfe von Echokardiogrammen, Kernspinntomographie- und CT-Aufnahmen in Verbindung mit den Daten aus der Herzforschung werden es personalisierte 3D-Herzsimulationen schon bald ermöglichen, das Verhalten des Herzens von Patienten auch ohne zusätzliche invasive Diagnoseverfahren zu analysieren.

„Wir können jetzt simulieren, wie das Herz eines Patienten auf ein breites Spektrum von Eingriffen anspricht. Dadurch bleiben diesem viele Unsicherheiten erspart“, erklärt Dr. James C. Perry, Professor für Pädiatrie am UC San Diego und Leiter der Elektrophysiologie und der Abteilung für Herzkrankheit am Rady Children’s Hospital in San Diego, USA. „Das gilt für Patienten mit angeborenen Herzfehlern, die sich vielen Eingriffen unterziehen müssen, aber auch für die größere Zahl von Patienten mit Herzinsuffizienzen, Herzrhythmusstörungen und anderen strukturellen Anomalien. Diese Technologie ist ein großer Fortschritt, mit dem wir unsere grundlegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse der Herzfunktion in praktische Anwendungen umsetzen können, die der Gesundheit und Sicherheit der Patienten zugutekommen werden.“

Das „Living Heart Project“ verbindet führende Köpfe aus der kardiovaskulären Modellierung und Simulation, um die anspruchsvollsten Herausforderungen mithilfe der SIMULIA Anwendungen und ihren Funktionen zur Simulation komplexer nichtlinearer Verhaltensweisen zu lösen. Auf diese Weise können besonders realistische und verlässliche Ergebnisse erzielt werden.

„Dassault Systèmes ist seit Jahren an zahlreichen Simulationsprojekten beteiligt: Von Simulationen in der Fahrzeugkonstruktion, die dazu beitragen, schwere Verletzungen zu vermeiden, bis hin zu Untersuchungen über die Auswirkung von Kontaktsportarten auf das menschliche Gehirn. Das ‚Living Heart Project‘ wird dank der interdisziplinären Zusammenarbeit der Fachleute eine bleibende Wirkung haben“, sagt Scott Berkey, CEO SIMULIA bei Dassault Systèmes. „Die Mitwirkung führender Forscher, Mediziner und Behördenvertreter macht dieses Projekt zu einem weiteren Beispiel dafür, wie unsere 3DEXPERIENCE Plattform hilft, sowohl Produkte und die Umwelt als auch unser Leben zu verbessern.“

Die realistische Simulation des menschlichen Herzens wird nicht nur ein wertvolles Werkzeug für die Lehre und Forschung sein, sondern auch die Zulassungszyklen beschleunigen, die Entwicklungskosten für neue und stärker personalisierte Geräte senken und letztlich eine frühe Diagnose mit verbesserten Behandlungsergebnissen ermöglichen.