Nov 19 2014

Living Heart Project: Dassault Systèmes forscht gemeinsam mit US-Gesundheitsbehörde

Crowdsourcing soll Behandlung und Diagnose von Herzerkrankungen verbessern

STUTTGART/VÉLIZY-VILLACOUBLAY, Frankreich — 19. November 2014 — Dassault Systèmes (Euronext Paris: #13065, DSY.PA), „The 3DEXPERIENCE Company“, weltweit führender Lösungsanbieter für 3D-Design, 3D Digital Mock-Up und Product Lifecycle Management (PLM), wird gemeinsam mit Partnern simulierte und individualisierte 3D-Herzmodelle entwickeln. Die Forschung soll die Behandlung und Diagnose von Herzkrankheiten verbessern und schneller zu neuen, marktreifen medizinischen Geräten führen. Das „Living Heart Project“ wird mit realistischen Simulationen auf der 3DEXPERIENCE Plattform von Dassault Systèmes entwickelt. Nach dem Projektstart im Mai dieses Jahres testeten die Mitarbeiter bereits kurze Zeit später einen ersten realistischen 3D-Herzsimulator und validierten die Wirksamkeit eines Geräts. Mittlerweile beteiligen sich mehr als 30 Unternehmen und Institutionen an dem Projekt. 

In den kommenden fünf Jahren wird Dassault Systèmes gemeinsam mit der US-Gesundheitsbehörde (FDA) Prüfparadigmen entwickeln zum Einführen, Platzieren und Betreiben von Schrittmacherelektroden sowie für andere kardiovaskuläre Heilmittel.

Das eingeführte Technologie-Crowdsourcing-Modell ermöglicht die gemeinsame Nutzung der Forschungsergebnisse unter Einbehaltung der Rechte am geistigen Eigentum eines jeden Mitglieds. Entwickelt wurde das „Living Heart Project“ in enger Zusammenarbeit mit führenden Kardiologen, Medizintechnikherstellern und Hochschulen. Die Beteiligten evaluieren zudem den Einsatz des Herzsimulationsmodells beim Test medizinischer Geräte, bei der Verbesserung der klinischen Diagnose und bei der Vorplanung von chirurgischen Eingriffen.

Testen können den Herzsimulator derzeit 30 Mitgliedsorganisationen, zu denen über 100 Herzspezialisten aus Forschung, Industrie und Medizin zählen. Dank des Crowdsourcings dürfte sich der Programmfortschritt beschleunigen. Die beteiligten Forscher arbeiten ihrerseits mit dem Medical Device Innovation Consortium (MDIC) zusammen. Dieses will die Zulassungsverfahren für medizinische Geräte beschleunigen, Innovationen voranbringen, die Patientenzuverlässigkeit verbessern und die Kosten senken. Das Projekt wurde bereits dazu genutzt, die Wirksamkeit einer neuartigen Klappe virtuell zu validieren und den Grad der Herzerkrankung zu bestimmen.

„Die Computermodellierung und -simulation kann die medizinische Gerätetechnik und das Gesundheitswesen revolutionieren, indem sie Innovationen beschleunigt und einen Nachweis über die langfristige Sicherheit liefert“, sagt Bill Murray, President und CEO, MDIC. „Damit geht dieses Konzept über empirische Tests mittels klinischer Studien hinaus und evaluiert die Interaktion von Geräten mit dem menschlichen Körper, die auf anderem Wege nicht möglich ist. Das „Living Heart Project“ ist ein glänzendes Beispiel für ein neues Werkzeug. Es macht der medizinischen Fachwelt die Herzsimulation für eine umfassende Validierung nutzbar – von der Gerätekonstruktion bis zur Zulassungsprüfung.“

„Modellierung und Simulation helfen künftig auch im Gesundheitswesen, die beste Behandlungsmethode zu bestimmen, Ärzte zu schulen und Patienten in gesundheitlichen Dingen aufzuklären“, so Dr. Kumaran Kolandaivelu, Instructor of Medicine an der Harvard Medical School und Medical Director, Clinical Research Center, MIT. „Als Ärzte sind wir moralisch dazu verpflichtet, die besten wissenschaftlichen Verfahren einzusetzen. So können wir eine hochwertige Pflege bei minimaler Invasivität und zu den geringstmöglichen Kosten gewährleisten. Wir arbeiten mit Dassault Systèmes zusammen, da es unserer Meinung nach an der Zeit ist, das volle Potenzial der IT-Wissenschaft auch in der Medizin einzusetzen.“

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