Die Zukunft von Finanzdienstleistungen

 

Fintech-Unternehmen sind mehr als herkömmliche Dienstleister. Unsere Mission ist es, Finanzdienstleistungen transparenter zu machen. Mit Technologien kann man die Welt schnell verändern.

Anil Stocker Geschäftsführer und Mitgründer von Market Invoice

Neue Technologien revolutionieren den Finanzdienstleistungsbereich.
Führende Experten der Branche erläutern, warum bahnbrechende Innovationen ebenso von neuen Start-ups als auch von bestehenden Branchengrößen kommen können
und warum wir den Begriff Fintech zukünftig noch häufiger hören werden.

Finanzdienstleistungen – aber anders als wir sie kennen

Im Finanzdienstleistungsbereich vollzieht sich derzeit ein technologischer Wandel. Analog zu Branchen wie Life Sciences und Luftfahrt, die neue Technologien einsetzen, um Prozesse zu industrialisieren, Kosten zu reduzieren und gesetzliche Vorgaben zu erfüllen, werden auch im Finanzdienstleitungsbereich vermehrt neue Technologien, auch Fintech genannt, eingesetzt. Es entstehen neue Technologieunternehmen, die optimal auf die aktuellen Herausforderungen der Branche, wie sich ändernde Kundenanforderungen und den steigenden Innovations- und Regulierungsdruck ausgelegt sind. Das Ergebnis: Etablierte Unternehmen und Neueinsteiger stehen vor der Herausforderung, mit diesen Start-ups mitzuhalten oder sie zu übernehmen. So wie iTunes die Musikbranche revolutioniert hat, verändern die neuen digitalen Technologien gerade den Finanzdienstleistungsbereich.

„Die Softwareentwicklung für die Erstellung dieser neuen digitalen Fintech-Plattformen erfolgt in atemberaubendem Tempo“, so Guillaume Dufour, Vizepräsident für den Bereich Dienstleistungen und Finanzwesen bei Dassault Systèmes – „the 3DEXPERIENCE Company“. „Seit der weltweiten Finanzkrise 2008, musste sich die Finanzdienstleistungsbranche ihre positive Rolle für Wirtschaft und Gesellschaft neu erarbeiten. So werden neue Technologien eingeführt, interne Prozesse überdacht und das Kundenerlebnis optimiert.“

Die revolutionären Technologien werden im Finanzdienstleistungsbereich sowohl im B2B-Geschäft als auch im Privatkundengeschäft eingesetzt. Im B2B-Bereich entstehen neue Unternehmen, die Dienstleistungen wie Datenmanagement und -analyse geschickter und kostengünstiger übernehmen als Unternehmen dies selbst könnten. Unternehmen wie BNP Paribas Security Services digitalisieren Prozesse, um Kosteneinsparungen zu generieren, eine höhere Transparenz zu erzielen und das Kundenerlebnis zu verbessern. Dieser Ansatz wird auch von Dassault Systèmes verfolgt. Das Unternehmen verfügt über ein Accelerator-Programm, die 3D Fintech Challenge, mit dem neue Entwicklungen im Finanzdienstleistungsbereich beschleunigt werden sollen, indem Start-ups die Möglichkeit geboten wird, ihre Lösungen unter Praxisbedingungen zu testen.

Im Privatkundengeschäft entwickeln sich neue revolutionäre Technologien, die mit „mobilem Geld“ arbeiten und ganze Volkswirtschaften verändern können. In Subsahara-Afrika, wo das traditionelle Bankwesen durch Infrastrukturprobleme erschwert wird und 55 Prozent der Kreditnehmer informelle Kredite in Anspruch nehmen, beträgt der Marktanteil von mobilem Banking bereits 16 Prozent. Die neuen Technologien haben ebenfalls zu einer Fülle neuer Zahlungsarten geführt.

Eine davon ist das bargeldlose Zahlungssystem M-Pesa, das zunächst in Kenia eingeführt wurde. Nutzer können über als M-Pesa-Agents bezeichnete Händler Bargeld auf ihr digitales Guthaben einzahlen und dieses dann Zahlungsempfängern über SMS zukommen lassen. 2014 wurden auf diesem Wege allein in Kenia Transaktionen im Wert von 11 Milliarden US-Dollar getätigt. Der Service reicht mittlerweile bis nach Indien und Rumänien.

Die neuen Technologien werden aber nicht nur in Entwicklungsländern, sondern auch von westlichen Unternehmen eingesetzt, beispielsweise Facebook Pay. Sogenannte „digitale Geldbörsen“ werden von neuen Unternehmen aus dem Fintech-Bereich, wie beispielsweise Venmo und Circle, angeboten und ermöglichen, Bargeld digital zu speichern, zu übermitteln und online einzusetzen.

All dies trägt dazu bei, dass sich die Mechanismen im Finanzdienstleistungsbereich derzeit rasant ändern.

Die neue Finanzordnung

Transparenz für Investoren

Durch den aktuellen Rekordtiefstand von Zinsen ändert sich die Herangehensweise von Investoren. Ob privat oder geschäftlich im Bankwesen unterwegs – sie wollen wissen, wo ihr Geld ist und wie gut sich ihre Anlagen entwickeln. Transparente Prozessen sind daher nicht nur heute, sondern insbesondere in der Zukunft immer wichtiger. Finanztransaktionen müssen im heutigen digitalen Zeitalter schnell, einfach und direkt erfolgen – jederzeit und überall.

Wichtig kann dabei auch sein, Investoren den Einstieg zu erleichtern. Der Online-Vermögensverwalter Nutmeg ist eines der Unternehmen, das Kunden Investitionen erleichtern und sie mit modernen und interaktiven Grafiken zur Darstellung ihres Risikoprofils für Investitionen begeistern möchte. Geschäftsführer Nick Hungerford meint dazu: „Durch die neuen Technologien können wir allen den Zugang zu Finanzdienstleistungen ermöglichen – ein Bereich, der vorher lediglich der vermögenden Elite vorbehalten war.“

Eine spannende Zeit für Fintech und eine, in der eine schnelle Markteinführung ausschlaggebend sein kann für den Erfolg eines Unternehmens. Guillaume Dufour von Dassault Systèmes bekräftigt: „Für eine erfolgreiche Innovation braucht es nicht nur die richtige Idee, sondern auch eine schnelle Umsetzung, die aktuellen Kundenbedürfnissen gerecht wird.“

Digitale Währungen wie Bitcoin haben das Potenzial, das Wesen von Finanztransaktionen grundlegend zu verändern und die in diesem Zusammenhang anfallenden Kosten zu senken. Zudem könnten sie auch dazu beitragen, Geldwäsche zu bekämpfen. Allerdings gibt es bisher keine Autorität, die den Wert von Bitcoin garantiert. „Die beste Art zu zahlen ist unsichtbar. So sieht die Zukunft des Zahlungsverkehrs aus“, bekräftigt John Lunn, Global Director von PayPal Developer.

Regulierungsbehörden verlangen heute eine höhere Transparenz und Offenheit, was wiederum ebenfalls zu wichtigen Innovationen beiträgt. Durch die Zusammenarbeit mit Fintech-Unternehmen verringern sich die Regulierungskosten und es wird eine bessere Konformität erzielt. Das in London ansässige Unternehmen Open Gamma beispielsweise unterstützt Finanzdienstleister transparent bei ihrem Risikomanagement und macht seinen Nutzern jeglichen Code sowie Berechnungen zugänglich.

Durch die effizienteren Prozesse werden jedoch nicht nur Kosten eingespart. Auch die Möglichkeiten der Datenverarbeitung und -analyse wachsen rasant, sodass Investmentmanager und ihre Kunden schnell und jederzeit auf aktuellste Informationen zugreifen können. Dies führt teilweise auch zu einer höheren Cybersecurity, da eine bessere Verschlüsselung und andere Lösungen für eine sichere Übertragung und Speicherung von Daten erforderlich sind.

Die Investorenlandschaft hat sich verändert. Die Zahl der Investoren, die zahlreiche spannende neue Plattformen für einen einfachen und transparenten Zugang zu ihren Investitionen nutzen, wächst. Die Geschwindigkeit technischer Innovationen wird möglicherweise sogar noch weiter zunehmen.

Unterschätzen Sie daher keinesfalls die Gefahren eines Ignorierens von Fintech!

Unvergleichliche Gewinne

Prognostizierter Marktwert der Fintech-Branche

Laut Accenture wird sich der Marktwert der Fintech-Branche bis 2018 auf 8 Milliarden US-Dollar verdoppeln.

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Dieses Video/dieser Artikel/diese Infografik wurde
von CNBC Creative Solutions in Zusammenarbeit mit Dassault Systèmes erstellt.